Einsatz 2 vom 02.01.2020

Gestürzte Frau wird dank Rauchmelder gerettet

Eine 77-Jährige aus Esslingen-Hohenkreuz ist am Donnerstagabend in ihrer Wohnung gestürzt. Weil daraufhin ihr Essen anbrannte und der Rauchmelder auslöste,  konnte die Frau durch die Feuerwehr gerettet werden.

Dank einer aufmerksamen Nachbarin ist es am Donnerstag in der Wohnung einer älteren Frau in der Kolpingstraße in Hohenkreuz zu keinem Brand gekommen. Die 77-Jährige hatte sich laut der Polizei am Abend etwas zu Essen gekocht. Dabei ist die Frau ihren Angaben nach im Bett eingeschlafen. Als das Essen im Topf anbrannte, wurdn durch die starke Rauchentwicklung der Brandmelder ausgelöst. Ihre Nachbarin hörte kurz nach 20 Uhr den Alarm und bemerkte beim Nachschauen den starken Rauch. Da der sofort verständigten Feuerwehr weder auf Klingeln noch Klopfen geöffnet wurde, musste sie die Wohnungstür gewaltsam öffnen. Die 77-Jährige lag auf dem Boden. Sie hatte den Alarm ebenfalls vernommen, war aber auf dem Weg in die Küche gestürzt und konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr aufrichten. Die Seniorin blieb ersten Erkenntnissen nach unverletzt. Sie wurde vorsorglich vom Rettungsdienst zur Untersuchung in eine Klinik gebracht. Außer einer verrauchten Wohnung war kein Schaden entstanden.

Bei diesem Einsatz waren die Hauptamlichen Abteilung, die Freiwilligen Abteilungen Wäldenbronn und Sulzgries mit 5 Fahrzeugen und 23 Einsatzkräften sowie die Polizei und der Rettungsdienst an der Einsatzstelle.

Aus diesem Grund weisen wir nochmals darauf hin

Schauen Sie bei einem Alarm in der Nachbarwohnung rasch nach dem Grund des Warnsignals. Piept der Rauchwarnmelder schon über einen längeren Zeitraum? Prüfen Sie zunächst, ob tatsächlich niemand in der Nachbarwohnung ist und halten Sie Ausschau nach typischen Anzeichen eines Wohnungsbrandes, wie Brandgeruch oder Rauch – bringen Sie sich dabei aber nicht selbst in Gefahr! Bei Verdacht auf einen Brand, rufen Sie sofort die Feuerwehr und bringen Sie sich und andere Bewohner in Sicherheit.

Sollte sich herausstellen, dass es sich um einen Fehlalarm handelt, werden sie nicht zur Kasse gebeten. Die Feuerwehr spricht dann von einer Meldung im guten Glauben. Ansonsten würden aufmerksame Menschen, die sich um das Leben und das Eigentum der Nachbarn sorgen, von Notrufen abgehalten. Lieber einmal zu viel, als im entscheidenden Brandfall nicht anrufen.

Rauchmelder retten Leben

Jedes Jahr ereignen sich in Deutschland über 230.000 Wohnungsbrände. Dabei kommen im Durchschnitt etwa 400 Menschen ums Leben und bis zu 10.000 Brandopfer erleiden zum Teil schwerste Verletzungen, die häufig dauerhafte Beeinträchtigungen der körperlichen Gesundheit oder der Lebensqualität zur Folge haben.

Schadhafte elektrische Leitungen und die unsachgemäße Verwendung von Elektrogeräten sind die häufigsten Auslöser von Wohnungsbränden. Diese von Laien oft unterbewerteten Brandgefahren werden meist zu einem späteren Zeitpunkt bemerkt.

So entstehen z.B. bei Kabelbränden von schlecht isolierten Elektrogeräten oder bei der Überlastung von Steckdosen durch Mehrfachstecker die gefährlichen Schwelbrände, die häufig gar nicht oder erst sehr spät entdeckt werden. Oft findet man den Wäschetrockner und die Waschmaschine über einen Mehrfachstecker angeschlossen.

Eine potentielle Gefahr im Haushalt besteht aufgrund der Betriebswärme nicht nur bei Bügeleisen, Friteusen, Toaster, Fernsehgeräten und Computerbildschirmen, sondern auch bei Wäschetrocknern, Stromnetzteilen, Batterieladegeräten und Heißwasserbereitern. Selbst kleine Halogenstrahler können Auslöser von Wohnungsbränden sein, wenn sie nicht geschützt oder unsachgemäß eingebaut werden.

Wer im Schlaf vom Feuer überrascht wird, hat nur dann eine Überlebenschance, wenn er schnell und umsichtig handelt. Durch die Installation von Rauchmeldern, die auf Brandrauch mit einem akustischen Alarm (Piepston) reagieren, kann man die entscheidenden lebensrettenden Sekunden gewinnen, um sich, die Familienangehörigen und andere Mitbewohner in Sicherheit zu bringen.

Seit dem 01.01.2015 müssen in Baden-Württemberg alle Aufenthaltsräume in Wohnungen, in denen bestimmungsgemäß Personen schlafen und Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, jeweils mit mindestens einem Rauchwarnmelder ausgestattet sein.

Rauchmelder erhalten Sie im Elektro- oder Sicherheitsfachhandel.

Weitere Informationen zum Kauf oder Einbau erhalten Sie im Internet unter www.rauchwarnmelder-lebensretter.de oder bei Ihrer Feuerwehr Esslingen.

Merkblatt zum Download "Rauchwarnmelder retten Leben" (981 KB)


Redakteur:
Andreas Gundl
Leiter Stabsstelle Besondere Gefahrenabwehr